tag 4 (encore)
zum ersten mal seit samstag fühle ich so etwas wie ruhe und gelassenheit. deine mail war das erste was ich sah, als ich ins büro kam und ich habe es bis jetzt, wo ich zu hause in meinen sicheren vier wänden bin, vermieden, sie zu lesen.
ich habe mir schon gedacht, dass du nicht antwortest, weil du meinen wunsch nach keinem kontakt respektierst. und doch tut es gut, das nochmal schwarz auf weiß zu lesen. glaub mir, es macht mich wahnsinnig, nicht zu wissen wo du bist, was du tust und wie es dir geht. alles hier bist du und wenn ich dich wirklich aus meinem leben bekommen wollte, müsste ich berlin verlassen.
heute habe ich einen wichtigen punkt festgestellt, der mein bisheriges leben bestimmt hat und immer noch bestimmt: ich kann nicht für mich stark sein. das habe ich nie gelernt. alle sagen immer, ich muss mich selbst mehr schätzen lernen. aber ich schätze immer nur die anderen und das viel zu sehr. wie soll es auch gehen, wo mir doch von frühester kindheit an eingetrichtert wurde, dass ich wertlos bin. dass ich nichts kann. dass mir früher oder später alle leute in den arsch treten werden, weil ich ein ekelhafter mensch bin.
ich hänge nur deswegen so sehr an dir, weil du mir mit all deiner liebe und geduld immer wieder zeigst und sagst, dass das nicht stimmt. ich bin so ausgehungert nach liebe und geborgenheit und einem platz zum ankommen und ausruhen. nach einem menschen, der es ehrlich mit mir meint. so sehr, dass ich es nicht fassen kann, wenn so ein jemand vor mir steht. meine reaktion ist zum einen ein versuch, meinen kleinen schutzwall wieder aufzurichten. aber vielmehr ist es ein hilferuf, der vielleicht aber als solcher nicht verstanden wird.
ich bin es gewohnt, diese "machtspiele" zu treiben. das war immer die einzige möglichkeit aufmerksamkeit von meinem vater zu bekommen. zwar keine liebevolle aufmerksamkeit, aber zumindest habe ich ihn bewegt, wenn auch negativ.
ich will nicht, dass mich menschen aufgeben, weil ich so bin wie ich bin. meine zurückweisung dir gegenüber bedeutet nichts anderes als "komm her und bleib".
ich habe das maß noch nicht gefunden. ich will dich nicht erdrücken und habe manchmal das gefühl ich tue es doch. weil ich nicht weiß, wohin mit all den eindrücken, die du bei mir hinterlässt. weil es nach nunmehr 28 jahren immer noch neu ist. und weil ich mir geschworen habe, ich werde menschen nicht so behandeln, wie mein vater mich behandelt hat. ich möchte lieber zehnmal zuviel "ich liebe dich" gesagt haben, als auch nur einmal zu wenig. ich weiß, wie schön es ist, das zu hören. gerade auch, wenn man sich klein und wertlos und beschissen fühlt. darin liegt meine stärke. für andere. und wenn die anderen weg sind, brauche ich auch keine stärke mehr.
deswegen fühle ich mich schlecht, esse nicht und sehe aus, wie ein schatten meiner selbst. ich kann mir nichtmal vernünftig die augenringe wegschminken. und aus diesem grund glaube ich auch, dass es besser ist, dieses experiment vorzeitg zu beenden.
ich will wieder essen können, ohne einen würgeanfall zu bekommen. ich will mich nicht zwingen etwas zu lassen, was ich so gern tun würde. ich will mich nicht allein fühlen, wo ich es doch offensichtlich auch gar nicht bin. und ich will endlich auch wieder gut gelaunt zur arbeit gehen.
verschwenden wir nicht kostbare zeit? sollten wir uns nicht wieder annhähern, bevor wir uns ganz aus den augen verlieren - und ich keine mehr habe, weil sie weggeheult sind? und glaubst du, dass du es schaffst, mit mir seelischer baustelle? mit meinen hohen höhen und tiefen schrei-heul-nervenzusammenbrüchen? kannst du das wirklich alles tragen? wenn ja, dann nehm ich die hand aus meiner manteltasche und reiche sie dir.
you may answer to that.
ich habe mir schon gedacht, dass du nicht antwortest, weil du meinen wunsch nach keinem kontakt respektierst. und doch tut es gut, das nochmal schwarz auf weiß zu lesen. glaub mir, es macht mich wahnsinnig, nicht zu wissen wo du bist, was du tust und wie es dir geht. alles hier bist du und wenn ich dich wirklich aus meinem leben bekommen wollte, müsste ich berlin verlassen.
heute habe ich einen wichtigen punkt festgestellt, der mein bisheriges leben bestimmt hat und immer noch bestimmt: ich kann nicht für mich stark sein. das habe ich nie gelernt. alle sagen immer, ich muss mich selbst mehr schätzen lernen. aber ich schätze immer nur die anderen und das viel zu sehr. wie soll es auch gehen, wo mir doch von frühester kindheit an eingetrichtert wurde, dass ich wertlos bin. dass ich nichts kann. dass mir früher oder später alle leute in den arsch treten werden, weil ich ein ekelhafter mensch bin.
ich hänge nur deswegen so sehr an dir, weil du mir mit all deiner liebe und geduld immer wieder zeigst und sagst, dass das nicht stimmt. ich bin so ausgehungert nach liebe und geborgenheit und einem platz zum ankommen und ausruhen. nach einem menschen, der es ehrlich mit mir meint. so sehr, dass ich es nicht fassen kann, wenn so ein jemand vor mir steht. meine reaktion ist zum einen ein versuch, meinen kleinen schutzwall wieder aufzurichten. aber vielmehr ist es ein hilferuf, der vielleicht aber als solcher nicht verstanden wird.
ich bin es gewohnt, diese "machtspiele" zu treiben. das war immer die einzige möglichkeit aufmerksamkeit von meinem vater zu bekommen. zwar keine liebevolle aufmerksamkeit, aber zumindest habe ich ihn bewegt, wenn auch negativ.
ich will nicht, dass mich menschen aufgeben, weil ich so bin wie ich bin. meine zurückweisung dir gegenüber bedeutet nichts anderes als "komm her und bleib".
ich habe das maß noch nicht gefunden. ich will dich nicht erdrücken und habe manchmal das gefühl ich tue es doch. weil ich nicht weiß, wohin mit all den eindrücken, die du bei mir hinterlässt. weil es nach nunmehr 28 jahren immer noch neu ist. und weil ich mir geschworen habe, ich werde menschen nicht so behandeln, wie mein vater mich behandelt hat. ich möchte lieber zehnmal zuviel "ich liebe dich" gesagt haben, als auch nur einmal zu wenig. ich weiß, wie schön es ist, das zu hören. gerade auch, wenn man sich klein und wertlos und beschissen fühlt. darin liegt meine stärke. für andere. und wenn die anderen weg sind, brauche ich auch keine stärke mehr.
deswegen fühle ich mich schlecht, esse nicht und sehe aus, wie ein schatten meiner selbst. ich kann mir nichtmal vernünftig die augenringe wegschminken. und aus diesem grund glaube ich auch, dass es besser ist, dieses experiment vorzeitg zu beenden.
ich will wieder essen können, ohne einen würgeanfall zu bekommen. ich will mich nicht zwingen etwas zu lassen, was ich so gern tun würde. ich will mich nicht allein fühlen, wo ich es doch offensichtlich auch gar nicht bin. und ich will endlich auch wieder gut gelaunt zur arbeit gehen.
verschwenden wir nicht kostbare zeit? sollten wir uns nicht wieder annhähern, bevor wir uns ganz aus den augen verlieren - und ich keine mehr habe, weil sie weggeheult sind? und glaubst du, dass du es schaffst, mit mir seelischer baustelle? mit meinen hohen höhen und tiefen schrei-heul-nervenzusammenbrüchen? kannst du das wirklich alles tragen? wenn ja, dann nehm ich die hand aus meiner manteltasche und reiche sie dir.
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