Freitag, 31. Oktober 2008

tag 5

ich bin heute nochmal ins grübeln gekommen, über das was ich gestern geschrieben habe. das war noch nicht alles, was mein verhalten erklärt.

die abgründe meiner schwarzen seele - teil 2

meine sehnsucht nach nähe kennst du ja bereits. ich habe irgendwann angefangen, mit menschen zu schlafen, weil ich ihnen nah sein wollte. diese menschen habe ich geliebt, sie mich nicht. für mich war das der einzige weg, nähe und geborgenheit zu bekommen. und sei es auch nur für eine stunde. das gefühl danach, wenn ich wieder allein war, war umso schlimmer. aber einmal in diesem teufelskreis, fiel es mir sehr schwer, dort wieder herauszukommen. ich habe immer gewusst, dass das nichts mit der liebe zu tun hat, die ich eigentlich vom anderen erfahren möchte. und dennoch hat es mein gehirn für eben diese bestimmte zeit ausgeschaltet und ich hatte das gefühl, wie es sein könnte, wenn es doch so wäre.

das hat im umkehrschluss auch bedeutet, dass ich sexuelle zurückweisung nicht ertragen konnte. ich war für nur-sex immer genug, das zumindest wollte ich mir bewahren. und schließlich habe ich sie damit auch immer alle "gekriegt". boris, holger, oliver, björn, josh und wie sie noch alle hießen. das war die das einzige, von dem ich glaubte, das andere es an mir toll finden. und wenn sie schon nicht mich um meiner willen liebten, dann sollten sie wenigstens meinen körper begehren.

mit dir habe ich mir wohl das bisher schwerste an land gezogen. solch eine aufgabe hatte ich noch nie. da ist jemand, der mich liebt, als freundin. der mich aber nicht begehrt, als frau. und auf eine art fühle ich mich ziemlich wertlos. weil ich nicht vermag, weder an der einen, noch an der anderen sache etwas zu ändern.



song of the day

closer
(lamb)

things change yet so much stays the same
life's just a dream we have of reality
love's strength enhances what we have
and then it strips us of our sanity

still i stay
growing strong
every day
closer to you

it's strange
but somehow obvious
that what we want the most
we must let go
your head is freer still than mine
and not so cluttered with morality

still i stay
growing strong
every day
closer to you

closer to you

memories cloud our minds
invading too much time
we build our very own cages
blame's of no significance
in love it's of no relevance to life
this very moment
i'm trying every day
to live each moment new
and free my heart in stages

so i stay
growing strong
every day
closer to you

closer to you

still i stay
growing strong
every day
closer to you
closer to you
closer to you

Donnerstag, 30. Oktober 2008

tag 4 (encore)

zum ersten mal seit samstag fühle ich so etwas wie ruhe und gelassenheit. deine mail war das erste was ich sah, als ich ins büro kam und ich habe es bis jetzt, wo ich zu hause in meinen sicheren vier wänden bin, vermieden, sie zu lesen.

ich habe mir schon gedacht, dass du nicht antwortest, weil du meinen wunsch nach keinem kontakt respektierst. und doch tut es gut, das nochmal schwarz auf weiß zu lesen. glaub mir, es macht mich wahnsinnig, nicht zu wissen wo du bist, was du tust und wie es dir geht. alles hier bist du und wenn ich dich wirklich aus meinem leben bekommen wollte, müsste ich berlin verlassen.

heute habe ich einen wichtigen punkt festgestellt, der mein bisheriges leben bestimmt hat und immer noch bestimmt: ich kann nicht für mich stark sein. das habe ich nie gelernt. alle sagen immer, ich muss mich selbst mehr schätzen lernen. aber ich schätze immer nur die anderen und das viel zu sehr. wie soll es auch gehen, wo mir doch von frühester kindheit an eingetrichtert wurde, dass ich wertlos bin. dass ich nichts kann. dass mir früher oder später alle leute in den arsch treten werden, weil ich ein ekelhafter mensch bin.

ich hänge nur deswegen so sehr an dir, weil du mir mit all deiner liebe und geduld immer wieder zeigst und sagst, dass das nicht stimmt. ich bin so ausgehungert nach liebe und geborgenheit und einem platz zum ankommen und ausruhen. nach einem menschen, der es ehrlich mit mir meint. so sehr, dass ich es nicht fassen kann, wenn so ein jemand vor mir steht. meine reaktion ist zum einen ein versuch, meinen kleinen schutzwall wieder aufzurichten. aber vielmehr ist es ein hilferuf, der vielleicht aber als solcher nicht verstanden wird.

ich bin es gewohnt, diese "machtspiele" zu treiben. das war immer die einzige möglichkeit aufmerksamkeit von meinem vater zu bekommen. zwar keine liebevolle aufmerksamkeit, aber zumindest habe ich ihn bewegt, wenn auch negativ.

ich will nicht, dass mich menschen aufgeben, weil ich so bin wie ich bin. meine zurückweisung dir gegenüber bedeutet nichts anderes als "komm her und bleib".

ich habe das maß noch nicht gefunden. ich will dich nicht erdrücken und habe manchmal das gefühl ich tue es doch. weil ich nicht weiß, wohin mit all den eindrücken, die du bei mir hinterlässt. weil es nach nunmehr 28 jahren immer noch neu ist. und weil ich mir geschworen habe, ich werde menschen nicht so behandeln, wie mein vater mich behandelt hat. ich möchte lieber zehnmal zuviel "ich liebe dich" gesagt haben, als auch nur einmal zu wenig. ich weiß, wie schön es ist, das zu hören. gerade auch, wenn man sich klein und wertlos und beschissen fühlt. darin liegt meine stärke. für andere. und wenn die anderen weg sind, brauche ich auch keine stärke mehr.

deswegen fühle ich mich schlecht, esse nicht und sehe aus, wie ein schatten meiner selbst. ich kann mir nichtmal vernünftig die augenringe wegschminken. und aus diesem grund glaube ich auch, dass es besser ist, dieses experiment vorzeitg zu beenden.

ich will wieder essen können, ohne einen würgeanfall zu bekommen. ich will mich nicht zwingen etwas zu lassen, was ich so gern tun würde. ich will mich nicht allein fühlen, wo ich es doch offensichtlich auch gar nicht bin. und ich will endlich auch wieder gut gelaunt zur arbeit gehen.

verschwenden wir nicht kostbare zeit? sollten wir uns nicht wieder annhähern, bevor wir uns ganz aus den augen verlieren - und ich keine mehr habe, weil sie weggeheult sind? und glaubst du, dass du es schaffst, mit mir seelischer baustelle? mit meinen hohen höhen und tiefen schrei-heul-nervenzusammenbrüchen? kannst du das wirklich alles tragen? wenn ja, dann nehm ich die hand aus meiner manteltasche und reiche sie dir.

you may answer to that.

tag 4

gestern rief aki an, um zu fragen, ob ich wieder in ordnung sei. er hätte sich schon sehr gewundert, als er am montag ins büro kam, dass nicht nur das fenster und die tür offen standen, sondern auch alle schränke geöffnet waren und mein laptop noch auf der dockingstation lag.

blackout.

als ich das hörte, dämmerte es mir plötzlich. ich muss nach unserem telefonat völlig überstürzt gegangen sein. ich kann mich nur noch daran erinnern, den fernseher und das licht ausgemacht zu haben. danach ist alles weg. es gibt nichts mehr in meinem kopf, bis zu der sekunde, wo du mit lotti bei mir ankamst. und das unheil ging noch weiter, als ich am dienstag bemerkte, dass ich sowohl den geburtstag von mareen (trotz mehrmaligen guckens auf den kalender), als auch meinen zahnarzttermin vollkommen vergessen hatte.

ich vergesse niemals termine. und ich vergesse auch niemals, meinen rechner wegzuschließen.

auch gestern habe ich nur maximale scheiße in der arbeit gemacht. das schlimme ist, dass ich meine arbeit liebe, aber gerade alles, was ich für ordentliches arbeiten brauche, auf die nötigsten funktionen beschränkt ist. meine handlungsabläufe sind automatisiert, dabei geht die konzentration flöten. du liegst wie ein dicker klumpen in meinem kopf und blockierst sämtliche nerven, die für mein feintuning zuständig sein sollten.

der regen, der unaufhörlich und einschläfernd auf mein fensterbrett pladdert, unterstützt meine monotonie sehr gut. ich habe nicht geweint gestern. ich war viel zu sehr damit beschäftigt, meine knie und meinen magen unter kontrolle zu halten. es geht mir nicht gut, caroline.

gerade habe ich popstars gesehen und festgestellt, dass es keinen spaß macht, wenn ich nicht mit jemandem darüber reden kann.
du kannst mit ihm darüber reden. er geht darin ja auch völlig auf. und ich bin selbst schuld, dass ich mich von ihm habe verdrängen lassen. aber mein ego ist nunmal nicht so groß, da habe ich keine chance. alles was ego sein könnte, ist in taktgefühl und verständnis und weitsicht und liebe gewandert. dumm gelaufen.

song des tages

trouble
(coldplay)


oh no, i see
a spider web is tangled up with me
and i lost my head
the thought of all the stupid things i'd said

oh no, what's this?
a spider web and i'm caught in the middle
so i turned to run
the thought of all the stupid things i'd done

i never meant to cause you trouble
i never meant to do you wrong
ah, well if i ever caused you trouble
oh no, i never meant to do you harm

oh no, i see
a spider web and it's me in the middle
so i twist and turn
here am i in my little bubble

singing that i never meant to cause you trouble
i never meant to do you wrong
ah, well if i ever caused you trouble
oh no, i never meant to do you harm

they spun a web for me
they spun a web for me
they spun a web for me

Mittwoch, 29. Oktober 2008

tag 3

das war die beschissenste idee, die ich jemals hatte. ich habe dir beweisen wollen, dass ich stark sein kann. dass ich in der lage bin, meinen eigenen weg zu gehen. ich bin noch lange nicht soweit. diese sache wird mir nicht guttun.

nenn mich schwach, weil ich sage, dass ich dich brauche. so, wie du niemanden brauchst. mir tut alles weh, weil du nicht da bist. ich fühle mich, als hätte mir jemand die haut abgezogen. es ist ekelhaft.

wenn es vorbei ist, wirst du mich als wrack wiederbekommen. ich halte nur aus gerade. ich verarbeite nichts. ich kann nicht jetzt anfangen, mich selbst zu lieben und positiv zu denken. wie auch? wenn alles ein einziger schmerz ist...

und genau das habe ich gemeint, als ich sagte, ich werde den weg vielleicht nicht vollständig gehen. du bist mir noch zu wichtig, als dass ich dich verlieren will. und genau das werde ich tun. und ich weiß schon jetzt, dass mir dieser umstand das genick brechen wird.

wie soll ich dir sagen, dass ich das hier nicht mehr will, ohne dass du mich nicht mehr ernst nimmst? ohne dass ich mich vor dir lächerlich mache? ohne dass du mich so jämmerlich und erbärmlich findest, dass jegliches gefühl von dir für mich mit einem mal verschwunden ist?

song des tages

october
(u2)


october
and the trees are stripped bare
of all they wear
what do i care

october
and kingdoms rise
and kingdoms fall
but you go on
and on

Dienstag, 28. Oktober 2008

tag 2 (2nd encore)

jetzt überfällt mich doch wieder die angst. davor, dass wir uns hassen, wenn das hier alles vorbei ist. davor, dass es jetzt nur missverständnisse geben wird. davor, dass wir uns nie mehr in die augen sehen können. davor, dass diese nicht-kommunikation ein fehler war.

ich will nicht selbstgerecht sein und ist es doch nur ein verzweifelter versuch, meine kontrolle wiederzuerlangen. in wirklichkeit bin ich weit entfernt davon. ich klammere mich nur an jeden strohhalm, der mir vielleicht wieder ein besseres gefühl geben könnte. aber in wirklichkeit dreht sich doch nur alles um den einen gedanken:

ich will von ganzem herzen, dass alles wieder gut wird.

du fehlst mir schrecklich. jetzt, wo du aus meinem herzen ausgezogen bist. bitte komm zurück. bitte.

tag 2 (encore)

ich zittere am ganzen körper. du entziehst mir das vertrauen, dass du mir mal geschenkt hast. und dann sagst du es sind gründe, die dich betreffen. nicht mich. als hätte vor ein paar tagen nicht auch noch so ziemlich alles, was dich betraf, auch mich betroffen. ist das ein weiterer versuch deinerseits, ein arschloch zu sein? mir wehzutun? mich dazu zu bringen, dich nicht mehr zu lieben?

für mich fühlt es sich so an, als würdest du mich weghaben wollen. als wäre es für mich nicht schon schlimm genug, nicht zu wissen, was du tust, wie es dir geht. klar suhle ich mich gerade auch ein bisschen in selbstmitleid und das ist auch genau das, was ich jetzt brauche. aber wäre ich nicht die erste, die damit aufhörte, wenn sie wüsste, dass du hilfe brauchst?

ich bleibe bedingungslos. wenn das ein fehler ist, dann habe ich ihn gern. und das weißt du mittlerweile gut genug.

ich finde es nur unfair, mir gerade in solch einer situation noch einen schlag ins gesicht zu verpassen. wie soll ich mir deiner dann bei der ganzen scheiße weiter sicher sein? wo ich doch sowieso schon schwierigkeiten damit habe.

und ist das frolleindis nicht gerade die caroline, die sonst niemand zu sehen bekommt? in wessen welt bin ich denn dann jetzt, wenn nicht in der, der ungeschönten cee?

tag 2

heute beginnt, wie der tag gestern begann: weinen, weinen, weinen. ich verliere die kraft, die ich wiedererlangt glaubte. ich kann nicht essen, keinen bissen krieg ich runter. tee geht. ich verliere mich im kopfschütteln. ich weiß nicht, ob ich das aushalte.

ich werde es nie ertragen können, dass er da ist. egal, wie lange die pause dauert. alles, was ich versuchen kann, ist diesen umstand auszublenden. damit verdränge ich ja aber doch nur das eigentliche problem. ich weiß, dass ich mich quäle, wenn ich mir dinge vorstelle. deswegen will ich zumindest versuchen, das wegzuschieben.

ich möchte wieder so sein, wie ich vorher war. als du noch nicht so eine große bedeutung in meinem leben hattest. als du meine mauer noch nicht runtergeräumt hast. als ich der stärkste mensch der welt war. als ich dich nicht festhalten und durch deine frisur wuscheln wollte. als deine berührungen mir gleichgültig waren.

gleich werde ich wieder eine rolle spielen. die, der gutgelaunten badekugelverkäuferin. ich bin leer, in mir ist alles schwarz. ich möchte mich wie lotti auf deinem schoß zusammenrollen und in den schlaf gestreichelt werden.

und immer wieder: warum ich? oder: warum nicht ich? kann ich denn gar nichts tun, um die situation zu ändern?

nimm mir den schmerz weg, bitte.


song des tages


außer dir
(wir sind helden)

ich stehe völlig neben mir
nicht glücklich weil nicht neben dir
und ich rufe dich nur an
um dich zu fragen
kann es sein
dass ich bei meinem letzten besuch
bei dir verlor was ich jetzt such

ich fühl mich unwohl
ohne kopf in der straßenbahn
deswegen lern ich kopflos fahrrad fahren
und ich weiß wahrscheinlich mit den jahren
werd ich lernen dabei mein gesicht zu wahren

du bringst mich um
schlaf und verstand
für dich geb ich
dem wahnsinn die hand
und rand und band ziehen ohne mich aufs land
ich bin außer dir
ich bin außer dir
ich bin außer dir
gar nicht hier

ich betrink mich ohne maß
sieht keiner hin
ess ich das glas auf
ich mach nur den geiern noch spaß
und ich beiß deinen namen ins gras

du bringst mich um
schlaf und verstand
für dich geb ich
dem wahnsinn die hand
und rand und band ziehen ohne mich aufs land
ich bin außer dir
ich bin außer dir
ich bin außer dir
gar nicht hier

Montag, 27. Oktober 2008

tag 1 (encore)

das war nicht geplant, dich zu sehen. ich schwöre. und sag nicht "hör auf!". ich war schon weg. zwei minuten zu spät. du warst zu früh.

ich hab mit bettina ein nettes gespräch gehabt. da war viel "zeug" dabei, aber einiges, was durchaus nachdenkenswert war.

ich war so in laune, dass ich weitergetrunken hätte, wenn ich nicht gewusst hätte, dass du kommst.

ist jetzt morgen erst tag 1? wegen zwei minuten?

jetzt grad geht es mir gut. müdigkeit überfällt mich. du hast gerade erst angefangen zu arbeiten.

be prepared for "cologne". it's very sad.

i'll send you the invitation now.

ich frage mich, wie viel du (er)tragen kannst, bis du unter der last zusammenbrichst.

song of the day

cologne
(ben folds)

here in cologne
i know i said it wrong
i walked you to the train
and back across alone
to my hotel room
and ordered me some food
and now i'm wondering
why the floor has suddenly become a moving target

four, three, two, one,
i'm letting you go
i will let go
if you will let go

(four, three, two)

says here an astronaut
put on a pair of diapers
drove eighteen hours
to kill her boyfriend
and in my hotel room, i'm wondering
if you read that story too?
and if we both might
be having the same imaginary conversation

four, three, two, one,
i'm letting you go
i will let go
if you will let go

(four, three, two)

(ohhhhh-aah)
weightless as i close my eyes
(ohhhhh-aah)
the ceiling opens in disguise

such a painful trip
to find out this is it
and when i go to sleep
you'll be waking up

four, three, two, one,
i'm letting you go
i will let go
if you will let go

tag 1

ich bin um neun eingeschlafen. vor erschöpfung. mit kurzen unterbrechungen habe ich bis sieben schlafen können, wirre träume haben mich begleitet. du warst nirgends zu sehen.

du bist noch immer mein erster gedanke, wenn ich aufwache. ich fühle mich, als wären es jahre, seit wir uns nicht gesehen haben, dabei sind nicht einmal 24 stunden vergangen, seit wir vor meiner haustür geweint haben.

unter der dusche überkommt es mich dann wieder. ich finde mich hiloflos heulend wieder, nicht fähig irgendwas zu tun. wasser von oben, wasser aus den augen, meine knie geben nach. ich muss arbeiten, hämmert es mir im kopf. ich kann nicht aufhören. nicht, nachdem ich mir creme ins gesicht schmiere, nicht, nachdem ich die linsen in die augen setze. ich stehe vorm spiegel und schreie mich an, flehe, mit dem heulen aufzuhören. ich kann nicht. immer wieder wische ich mir die augen mit dem kühlen wattepad ab und immer wieder kommen neue tränen. ich trage trotzdem wimperntusche auf. ein paar mal laut NEIN! meinem spiegelbild entgegenschreien und ich bin tatsächlich in der lage, mich fertig zu schminken.

draußen regnet es. ich fahre schwarz mit der bahn. meine bestellten sachen sind angekommen. sie sind zu groß und sehen scheiße aus. ich habe mich entschieden, sie zurückzusenden und gehe vor der arbeit noch zur post. ich bin gespannt, wann sie mir das geld zurücküberweisen.

im laden wartet mandy, die ich sehr mag. die hat auch schon jede menge scheiße in ihrem leben mitgemacht. aber sie guckt nach vorn, sie fasst dinge an und stellt sich der herausforderung. es nötigt mir größten respekt ab, dass sie ihr abitur an der abendschule nachgeholt hat und jetzt einen super schnitt von 2,4 hat. mandy ist lieb. ihr geht es gerade auch nicht gut. auch sie hat ein weggehen von einem menschen vor sich. sie erzählt. ich höre zu. und es tut gut zu wissen, dass andere menschen auch schmerzende herzen haben.

immer wieder muss ich daran denken, wie absurd es ist, dass zwei menschen die sich lieben so wie wir, eine zwangspause einlegen müssen. ich weiß, dass du eine andere lösung gefunden hättest und ich bin dir dankbar, dass du meinen weg mitgehst. ich bin erst kurz unterwegs und habe schon keine lust mehr. aber ich muss weiterlaufen, es wird besser werden, irgendwann. der gedanke, dass du mich nicht verlassen wirst, beruhigt mich.

ich hoffe, dass ich diese sicherheit, die ich bei dir habe, irgendwann instinktiv fühlen werde. ich bin mir immer noch unsicher, weil das noch nicht genug gewachsen ist, obwohl es größer und intensiver kaum sein könnte.

wenn das hier vorbei ist, will ich nie mehr weggehen. ich will nie mehr so traurig und ohne kontrolle sein. ich möchte mit dir keine angst mehr haben. ich will unser wir sicher fühlen. ich habe allerdings noch keine ahnung, wie das funktionieren soll. aber es wird, weil ich es will. zur not werde ich es erzwingen.